SpiegelBild*

Gratulation, Nikolaus Blome. Geschafft. Der griechische „Albtraum“, der „geisterfahrende Wutgrieche“, „schrill“ und „unerfahren“, zierte diese Woche nun auch das Spiegel-Cover. Die ausdauernde Hetze gegen ein ganzes Volk war bisher Mission der Bild-Zeitung. Blome zeichnete dort maßgeblich für die Anti-Griechen-Kampagne verantwortlich. Dann holte ihn Büchner zum Spiegel – und Blome durfte sich munter am selben Thema abarbeiten. Der aktuelle Titel ist sein größter Erfolg bisher, eine Fortsetzung der Hetzkampagne unter dem Deckmäntelchen des Journalismus.

SpiegelBild

 

Wie muss das so manchem der „Schmuddelkinder“ in den Bild-Schreibstuben doch wehtun… Die „richtigen“ Journalisten nehmen einen einfach nicht ernst… Was für eine Genugtuung muss es da für Bild-Chef Diekmann gewesen sein, als ausgerechnet Der Spiegel seine Nummer 2 in die Redaktion berief. Es war der Ritterschlag, bei der Bild gab es also doch Journalisten auf Spiegel-Niveau. Von wegen. Weiterlesen

Quick fix against corporate tax evasion: #2figures4justice

I do like paying taxes (as well as social security contributions). I know what I am – what all of us are – getting in return: education, healthcare, infrastructure, safety and security, stability. Paying tax is a very social act, as it enables our societies to provide these very foundations of modern civilizations. It is my conviction that all who profit should contribute. Unfortunately, leaders of many corporations do not share this point of view, as the #luxleaks revelations showed once again.

Luxembourg seat of government (left) and ministry of finance (right)

Luxembourg seat of government (left) and ministry of finance (right). Picture (c) @fhohenauer (feel free to share)

Always striving to maximize profit, they hire Pricewaterhousecoopers and the like to design tax evasion schemes (taking for granted that their shareholders are happy with these anti-social measures). Even though these might be legal (which might just as well not be the case), they do harm to our societies. Yet, there is a simple way to at least make management think twice before they again act against our common interest: Let’s oblige them to publish two figures in the most prominent of places: Their earnings in a country as well as the tax they are paying there. This is the #2figures4justice idea. Weiterlesen

Giftgas für Deutschland

Vergangene Woche hat mich die Meldung „Gabriel plant Fracking unter Auflagen“ bei Spiegel Online ziemlich schockiert. Gift in den Boden pumpen für 10 Jahre Gas? Ja, ja, „Auflagen“ und bla, bla „Prüfungen“. Gift bleibt Gift (was für eines ist übrigens Betriebsgeheimnis, wers verrät, wird eingesperrt). Wir fluten die Ozeane mit Öl und Plastik, produzieren Müll, der hunderttausende von Jahren strahlt, verpesten die Luft. Und jetzt das?

© Trueffelpix, fotolia.com

© Trueffelpix, fotolia.com

Wer kann Fracking nun noch verhindern? Die Umweltministerin! (Doch, wir haben eine, wirklich.) Sie heißt Barbara Hendricks und wirft sich mit Verve in den Kampf gegen Fracking! Gabriel dürfte nach diesem Interview vor lauter Angst immer noch zitternd unter seinem Bettchen kauern…
Weiterlesen

Licht ins Dunkel: Wenn Public Affairs-Berater „Ja“ sagen…

Wirtschaftsunternehmen haben jedes Recht der Welt, ihre Interessen in den politischen Prozess einzubringen. Nur offen müssen sie das tun, nicht in Hinterzimmern. Ein Lobbyregister wäre ein erster Schritt zu mehr Transparenz. MSL Germany (Public Affairs u.a. für Sanofi und Google) sagt ja dazu. Oder?

Licht

In einem Gastbeitrag im PR Report legt MSL-Germany-Chairman Axel Wallrabenstein seine Sicht der Dinge dar. Er scheint zunächst aufgeschlossen („Lobbyisten wären schlecht beraten, sich der Forderung nach einem solchen Register zu verschließen.“), stellt dann aber Bedingungen für das Zustandekommen eines Registers auf. Und auf einmal klang der Beitrag für mich eher wie ein klares Nein zu einem Register. Die ganze Geschichte diesmal auf Storify:

Wie wir PR-Themen in den Medien platzieren

Frank Patalong berichtet heute auf Spiegel Online im Beitrag „Wie PR-Themen in den Medien landen“ über die Arbeitsweise von PR-Abteilungen und Agenturen. Aus meiner Sicht ist die Beschreibung korrekt. Angenehm: Patalong skandalisiert nicht, er schafft Transparenz. Doch drückt er Besorgnis darüber aus, wie unabhängig Redakteure noch sind, wie groß der Einfluss der Unternehmen auf die Berichterstattung heute schon über PR ist.

Bild: © Marco2811, Fotolia.com

Bild: © Marco2811, Fotolia.com

Ich halte PR für eine völlig legitime Disziplin im Kommunikationsmix – wenn einige Regeln eingehalten werden. Aber wie sehen die aus? Was macht „gute“ PR aus? Und wie funktioniert Themensetzung aus Sicht einer PR-Beratung? Wir wollen auch von unserer Seite aus Transparenz schaffen. [Dieser Beitrag wurde zuerst im Blog meines Arbeitgebers Hotwire PR veröffentlicht.]

Weiterlesen

When US media got patriotism completely wrong

The following dialogue is taken from an interview that was published in the New York Times on August 13, 2013. Republished here because I think it is important, and as a reminder, for media (around the world) to never forget about their important role.

Peter Maass: Why did you seek out Laura [Poitras, documentary filmer] and Glenn [Greenwald, freelancer for The Guardian], rather than journalists from major American news outlets (N.Y.T., W.P., W.S.J. etc.)? […]

Edward Snowden: After 9/11, many of the most important news outlets in America abdicated their role as a check to power — the journalistic responsibility to challenge the excesses of government — for fear of being seen as unpatriotic and punished in the market during a period of heightened nationalism. From a business perspective, this was the obvious strategy, but what benefited the institutions ended up costing the public dearly. The major outlets are still only beginning to recover from this cold period.

Ich will Europa

Wer die Leitartikel von @RolandTichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche, liest, der weiß: Europa ist am Ende. Der Deutsche zahlt bis ihm weniger als nichts mehr bleibt, ein permanenter Rechtsbruch (auch wenn Frau Reding das nicht so sieht, aber die versteht da nicht so viel von), und hundsgemein dazu. Wilfried SargScharnagl, CSU-Weltpolitiker, weiß Rat: Grenzen zu, Mauern hoch, Bayern kanns allein viel besser. Hans-Olaf Henkel will da, vielleicht schon etwas altersmilde, wenigstes nur die Südländer loswerden. In einem ist man sich aber einig: Ein Verein, bei dem man für den anderen Verantwortung übernimmt, ist der böse Zwilling vom Teufel persönlich. Zumindest, wenn diese Verantwortung an den eigenen Geldbeutel geht. Bei Geld hört die Freundschaft schließlich auf. Gell, Europa!?

http://www.loc.gov/pictures/resource/cph.3a00900/

The Panic – Run on the Fourth National Bank, No. 20 Nassau Street, New York City, 1873, Bild: gemeinfrei, Wikimedia, Library of Congress, USA

Mir macht Sorgen, dass ich so viele Panik-Headlines lese. Glauben die Menschen wirklich, dass bald Schluss ist mit dem Euro? Und glauben die, die das Euro-Ende herbeireden wollen wirklich, dass die Union das unbeschadet überstehen würde? Die gemeinsame Währung ist ein starkes und täglich präsentes Symbol für die Gemeinschaft. Wird ein Land ausgeschlossen, verliert es viel mehr als nur die  vertrauten Münzen und Scheine. Wenn Söder (hier etwas Hintergrund zu dem Mann) Griechenland den Euro nehmen will, dann zieht er die Scharnagl-Mauer vor dem Land hoch, schließt aus, nimmt Hoffnung. Weiterlesen