Ich will Europa

Wer die Leitartikel von @RolandTichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche, liest, der weiß: Europa ist am Ende. Der Deutsche zahlt bis ihm weniger als nichts mehr bleibt, ein permanenter Rechtsbruch (auch wenn Frau Reding das nicht so sieht, aber die versteht da nicht so viel von), und hundsgemein dazu. Wilfried SargScharnagl, CSU-Weltpolitiker, weiß Rat: Grenzen zu, Mauern hoch, Bayern kanns allein viel besser. Hans-Olaf Henkel will da, vielleicht schon etwas altersmilde, wenigstes nur die Südländer loswerden. In einem ist man sich aber einig: Ein Verein, bei dem man für den anderen Verantwortung übernimmt, ist der böse Zwilling vom Teufel persönlich. Zumindest, wenn diese Verantwortung an den eigenen Geldbeutel geht. Bei Geld hört die Freundschaft schließlich auf. Gell, Europa!?

http://www.loc.gov/pictures/resource/cph.3a00900/

The Panic – Run on the Fourth National Bank, No. 20 Nassau Street, New York City, 1873, Bild: gemeinfrei, Wikimedia, Library of Congress, USA

Mir macht Sorgen, dass ich so viele Panik-Headlines lese. Glauben die Menschen wirklich, dass bald Schluss ist mit dem Euro? Und glauben die, die das Euro-Ende herbeireden wollen wirklich, dass die Union das unbeschadet überstehen würde? Die gemeinsame Währung ist ein starkes und täglich präsentes Symbol für die Gemeinschaft. Wird ein Land ausgeschlossen, verliert es viel mehr als nur die  vertrauten Münzen und Scheine. Wenn Söder (hier etwas Hintergrund zu dem Mann) Griechenland den Euro nehmen will, dann zieht er die Scharnagl-Mauer vor dem Land hoch, schließt aus, nimmt Hoffnung.

Und wofür? Dass dann als Nächstes noch mehr gegen Spanien oder Italien gewettet wird? Herr Söder, dann wirds erst richtig teuer. Was meiner Meinung nach hilft ist eine starke, selbstbewusste Gemeinschaft, die allen laut und deutlich signalisiert: Egal, was ihr vor habt, wir stehen zusammen und stützen uns gegenseitig. Ich wette, dann ziehen die Zocker weiter. Und dann können wir in Ruhe die Probleme lösen, die zweifellos existieren. Aber das wird uns sehr gut gelingen. Europa ist stark, hat Wissen und Weltmarktführer en Masse, die Infrastrukturen sind modern, der Handel rechtssicher und ohne Hemmnisse, der Arbeitsmarkt flexibel etc. Ich bin hochoptimistisch und glaube nicht an die Panikmache. Ich glaube an Europa.

Und ich bin froh, dass es Menschen gibt, die das auch so sehen. Die versammeln sich gerade auf der Website www.ich-will-europa.de und ich habe mich dazugesellt. Schirmherr der Initiative ist Joachim Gauck, und eine Reihe von Stiftungen sind die Treiber des Ganzen. Und wir. Ich habe meinen Beitrag vorgestern eingestellt. Ich würde mich freuen, wenn noch viele hinzukommen. Hier mein Kurztext (viel mehr geht nicht), für alle, die nicht auf der Seite suchen wollen:

Ich will Europa…
…als optimistisches Symbol gegen nationale Angstpolitik und Panikmache;
…als friedensstiftende, integrierende Vereinigung freier demokratischer Länder;
…als solidarische Gemeinschaft der Menschen gegen rücksichtslose Spekulanten;
…als Meilenstein auf den Weg zu einer starken UN, zur kooperativen, friedlichen Überwindung der Herausforderungen, die auf uns Milliarden von Menschen zukommen werden.

I want Europe…
…as an optimistic symbol against national politics of fearmongering
…as a peacemaking, integrating union of free democratic countries
…as a social community of people against reckless financial gamblers
…as a milestone in our way towards a strong UN, so we billions of human beings can overcome the challenges of the present and the future together in a peaceful way.

Warum wollt Ihr Europa?

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Eine Antwort zu “Ich will Europa

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